Empfehlenswerte Gaststätten

In den Jahren 2003, 2005 und 2006 sind meine Frau und ich diese 360 Kilometer lange Strecke des Camino de Santiago jeweils mit dem Rad gefahren. Die Etappenvorschläge sollen meinem Sohn Michael, meinen Schwiegersöhnen Klaus und Stephan und deren Freunden Klaus, Jürgen und Uwe eine kleine Hilfe sein, in der Ihnen zur Verfügung stehenden kurzen Zeit gut geplant den Pilgerweg zu erleben.

 

 

Etappenvorschläge und  Infos

 

Erste Etappe: Leon bis Astorga  56 km

Wir verlassen Leon am einfachsten ab der Real Basilica de Isidoro. Ab hier verläuft die Avenida Suero de Quin~ones direkt zum ehem. Hospital San Marcos, einem 5-Sterne-Parador.

 


Sollte man sich in León  anschauen:

Altstadt, gegründet von den Römern als Garnison, lange Zeit Königsstadt des Königreiches León. Die Kathedrale Santa Maria de la Regla, Baubeginn im 12. Jh., ist spanische Gotik,  unter französ. Einfluss geprägt. Charakteristisch an diesem Bauwerk sind die über einhundert Buntglasfenster, die den dreischiffigen Innenraum taghell erleuchten. Am auffälligsten sind die gotischen Bildhauerarbeiten an den drei Portalen der Hauptfassade. Man sollte jedoch nicht versäumen, sich auch die von Stützbögen geprägte Rückseite der Kathedrale mit ihren fünf Radial-Apsiden anzuschauen. An der Rückseite der Kathedrale ist eine gut erhaltene spätmittelalterliche Häuserfront zu bestaunen.

Neben diesem gotischen Bauwerk ist die Real Basílica de San Isidoro, eines der großen romanischen Kunstwerke am Camino de Santiago, geweiht Anfang des 11. Jh.,

ein unbedingtes „muss“ beim Stadtrundgang. Bemerkenswert sind auch hier wieder die Skulpturen an den beiden Hauptportalen. Als „sixtinische Kapelle der spanischen Romanik“ wird die Krypta der Basilika wegen ihrer mit Temperamalereien verzierten Decke bezeichnet. Sie ist als Königsgruft (panteón real) die letzte Ruhestätte von zwei Dutzend Leoneser Monarchen. Hier werden  auch Kunstschätze aufbewahrt, die zu den wertvollsten Europas gehören, darunter auch eine mit Miniaturmalereien ausgeschmückte Bibel des hl. Martin.


 

Fresken in der Krypta

Kathedrale Santa Maria de la Regla

Casa de Botines

 

Weitere Sehenswürdigkeiten am Rande der Altstadt sind das Hostal San Marcos, jetzt Fünfsterne-Parador (Paradores sind die staatlichen Touristenhotels der gehobenen Klasse und befinden sich durchweg in historischen Gebäuden wie ehemaligen Burgen, Klöstern, Hospitälern etc.),  als Kloster mit Pilgerhospiz im 11. Jh. erbaut. Die  platereske  Fassade ist so riesig, dass man sie nicht auf ein Foto bekommt (Anm.: „plateresk“ ist ein typisch spanischer Kunststil der Spätgotik, der sich in vielen sakralen Bauwerken am Camino de Santiago wiederfindet). San Marcos war im Mittelalter das von Pilgern meistbesuchte von insgesamt 17 Hospitälern in León. Der Gebäudekomplex liegt am Rio Bernesga direkt vor der Brücke und der Camino führt an ihm vorbei. Man sollte sich die Zeit nehmen, die isabellinisch-spätgotische Klosterkirche zu besichtigen und einen Stempel in das „Credencial de Peregrino“ zu bekommen). Das „Credencial de Peregriono“ ist der Pilgerpass, der unabdingbar ist, um in Santiago de Compostela die „Compostela“, die bischöfliche Pilgerurkunde, zu erhalten. Das dortige Pilgerbüro fordert neuerdings mindestens zwei Eintragungen je Tag, um Missbrauch durch Bus-Touristen vorzubeugen).

In der Altstadt an der Fußgängerzone liegt das von dem katalanischen Jugendstil-Architekten Antonio Gaudí entworfene „Casa de Botines“,  jetzt Sitz der „Caja Espan~a“*  und der daneben liegende Renaissance-„Palacio de los Guzmanes“. Beide Bauten sollte man sich unbedingt ansehen. * Die Wellenlinie hinter dem „n“ muss man sich auf dem Konsonanten „n“ vorstellen; das „n“ wird wie „nj“ ausgesprochen

 

Am Monasterio San Marcos erreichen wir den Rio Bernesga und überqueren ihn. Zuerst verläuft der Camino de Santiago parallel zur N 120. Achtung: An der Stierkampf-Arena, die wir beim Verlassen von León passieren, werden wir auf irreführende gelbe Pfeilmarkierungen stoßen.

Folgen wir diesen Pfeilen, so würden wir zu einer Pilgerherberge  (Albergue de Peregrino), entgegengesetzt zur richtigen Wanderrichtung, gelangen. Wir orientieren uns besser an der die Bahnstrecke überquerenden grünen Fußgängerbrücke, die wir benutzen. Über Trobajo del Camino gelangen wir dann zu der Ortschaft La Virgen del Camino. Bis hierhin wird man mit starkem Verkehr konfrontiert.

 

In Virgen del Camino nehmen wir schnell einen Eindruck  von der rechts am Wege liegenden Sanktuaria (Sanktuarium = Aufbewahrungsschrein einer Heiligen-Reliquie) La Virgen del Camino, der Schutzheiligen von León, mit. Diese Kirche aus dem 17. Jh.  mit einem Barock-Altar,  hat als zentrale Figur eine Holzstatue Marias mit dem Leichnam Christi. Der Kult um diese Heilige breitete sich seit Anfang des 16. Jh. über die gesamte Provinz León aus. Im Jahr 1961 wurde die Kirche umgestaltet. Die modernistische Fassade mit ihren 13 jeweils sechs Meter hohen stilisierten Bronze-Statuen der zwölf Apostel mit der hl. Maria in der Mitte ist eines  der

charakteristischsten  Kunstwerke der religiösen modernen Bildhauerei Spaniens.

 

Detail der Fassade der Sanctuaria El Virgen del Camino

„El Virgen del Camino“

Kurz hinter der Kirche ignorieren wir erneut die gelben Wegepfeile, die den Weg entlang der N 120 weiterzeigen und wechseln auf einen  Asphaltweg, der links von der N 120 wegführt (wahrscheinlich ist hier auch eine Ausschilderung nach Villar de Mazarife). Wir gelangen auf die Hochfläche des Páramo. Sofort umgibt uns die typische Vegetation, die besonders im Mai ein buntes Bild abgibt: Zwergstrauchheiden, Zistrosen, Lavendel und Ginster. Im Mai überraschen riesige Flächen mit wilden Orchideen. Die Fahrstraßen auf unserer Strecke über Chozas de Abajo, Villar de Mazarife bis Puente de Orbigo sind mittlerweile durchweg asphaltiert, aber ohne nennenswerten Verkehr. Die kleinen Dörfer erfreuen uns mit ihrer Ursprünglichkeit. Auf den Absätzen der abgestuften Glockentürme befindet sich eine Unzahl von Storchennestern, die im Mai mit Jungstörchen bewohnt sind. Der Glockenturm und das Dach der Kirche in Puente de Orbigo weisen fast ein Dutzend Storchennester auf. In Puente de Orbigo gibt es eine kleine Bar  (Bar Trucha = Forellenbar) direkt in Sichtweite der Storchennester. Diese Bar liegt in der Nähe der berühmten Brücke, und man  kann hier als Delikatesse die „sopa de trucha“ genießen, eine sämige Knoblauchsuppe mit Forelle. Auch im ruhigen Hinterhofgarten  kann man exzellent speisen. Das Wirtsehepaar überschlägt sich vor Gastfreundschaft. Über einen Eintrag in das Gästebuch würden sie sich sehr freuen.

 

Lebendiges Mittelalter: (Der Camino lebt von Legenden)

Bei der Brücke von Hospital de Orbigo, eine der berühmtesten am Pilgerpfad, sowohl wegen ihrer Architektur als auch ihrer Geschichte, ereigneten sich im Jahre 1434 jene Ritterkämpfe, die als „paso honroso“ das heißt: „Ehrenvoller Waffengang“, bekannt wurden und die Grundlage für ein alljährlich gefeiertes Mittelalter-Spektakel bilden: Der adelige Ritter Don Suero de Quin~ones aus León war in Liebe zu einem Ritterfräulein entbrannt, und zu deren Ehre gelobte er, ein eisernes Halsband zu tragen. Da sich besagte Dame wohl recht spröde erwies und Don Suero sich wieder von seinem Gelübde befreien wollte, verkündete er, dass mit jedem Ritter einen Zweikampf austragen wolle, der um den 25. Juli, am Tag des Apostel Jakobus, die Brücke überqueren würde. Sage und schreibe 300 Gegner mussten sich Don Suero und seinen Mannen geschlagen geben, um das Gelübde aufzuheben. Danach pilgerte er nach Santiago. Wie die Liebesgeschichte endete, ist nicht überliefert.

 

Aber auch vor diesem Ereignis war die Brücke Mittelpunkt von Kämpfen zwischen den während der Völkerwanderung sich dort niederlassen wollenden Sweben und den Westgoten  im 5. Jh. und später im 9. Jh. zwischen den Mauren aus Córdoba und den leonesischen Königstruppen Alphons III.

 

historische Brücke über den Orbigo

Iglesia San Blas in Puente

Sirga in Hospital de Orbigo

 

Die mit fast unglaublichen 20 Bögen den Fluss Orbigo überspannende Brücke, die wie ein Eselsrücken gebuckelt ist, überquert man und gelangt in die Ortschaft Hospital de Orbigo. Die schnurgerade holprige Hauptstraße Calle de Santiago bildet hier auch die Sirga, wie man den Pilgerweg in Ortschaften nennt. Sirga bedeutet „Perlenband“ und ist ein Hinweis auf die typische Struktur einer Ortschaft am Camino, wo die Häuser links und rechts wie an einer Perlenkette aufgereiht, den Weg säumen. Nach Verlassen des Ortes sollte man ab jetzt wieder die alte N 120 befahren, denn der ursprüngliche Pilgerweg über Villares de Orbigo könnte zur Qual werden. Die letzte Ortschaft vor dem Etappenziel ist San Justo de la Vega. Die letzten Kilometer fährt man parallel zur N 120 auf der historischen römischen Heeresstraße Via Traiana die von Bordeaux kommend, in Astorga endete. Ein schönes Fotomotiv bietet eine kleine  romanische Steinbrücke, die man, Astorga auf dem Felsplateau vor Augen, überquert. Um in den Ort zu gelangen, muss man noch einmal sein Bestes an Kondition geben, denn die Straße führt steil berauf. Durch die Puerta del Sol gelangten früher die Pilger in die Stadt. Leider sind von diesem Tor nur noch Fragmente erhalten.

Astorga erlangte als „Asturica Augusta“ während der römischen Herrschaft über der iberischen Halbinsel eine herausragende Bedeutung wegen seiner strategisch wichtigen Lage als Drehkreuz der Handelsstraßen Via Traiana und der Via de la Plata, zwei der bedeutendsten Handelsstraßen des römischen Straßennetzes,. In der Folgezeit wurde Astorga ab dem 3. Jh. Bischofssitz. In der Westgotenzeit bis ins Hochmittelalter blieb sie das wirtschaftliche Zentrum des Maragato, wie sich die Gegend um Astorga nennt. Als Wahrzeichen Astorgas fungieren die beiden Maragatos, zwei Figuren in der Uhr an der sehenswerten Rathausfassade, welche auf interessante Weise die Stunden anschlagen. Diese sollte man sich anschauen, zumal am dortigen Plaza Mayor sich ein Restaurant befindet, bei dem man zu jedem Bier kostenlos ein schmackhaftes Häppchen serviert bekommt.

 

Rathausfassade (Barock, 17. Jh.)

Kathedrale Santa Maria

Gotik - Renaissance – Barock

Bischofspalast (von Gaudí)

jetzt „Museum der Pilgerwege“

Den Mittelpunkt Astorgas bildet der Komplex der Kathedrale Santa Maria, Ihr Bau wurde im Jahre 1471 begonnen, und ist eine Vereinigung von verschiedenen Stilen: Gotik, Renaissance und Barock. Die mehr-schiffige Hallenkirche mit Seitenkapellen und drei vielseitigen (polygonalen) Apsiden am Chor beherbergt ein einzigartiges Retabel aus dem 16. Jh. eine bildhauerisch romanische Kostbarkeit aus dem XI Jh., die Virgen de la Majestad und ein geschnitztes Chorgestühl  eines flämischen Meisters (Gaspar Becerra, XVI. Jh.).  Im Kreuzgang befindet sich das Kathedralmuseum mit bedeutenden Sammlungen romanischer Bildwerke und Goldschmiedearbeiten. Einen Besuch wert ist auch der allerdings nie  von einem Bischof bewohnte Bischofspalast (palacio episcopal). Wiederum ein Bauwerk des spanischen Stararchitekten Antonio Gaudí. Er diente von Anfang an zur Aufnahme des Museums der Pilgerwege (museo de los caminos). Leider öffnet es erst um 10.00 Uhr, es ist aber allemal sehenswert mit seinem jakobinischen Saal, seiner Kapelle und den anderen neogotischen Elementen. Übrigens liegt das empfehlenswerte Hotel Gaudí genau gegenüber.  Es hat neben günstigen Übernachtungspreisen auch eine sehr gute Küche! Aber auch die Ausgrabungen aus der Römerzeit, z. B. die Thermen, das Kanalsystem und das Museo Romano „La Ergástula“ sollte man nicht versäumen, aufzusuchen.

Camino bei León

Storchennester

römische Brücke am

Ende der Via Aquitana

Erdwohnungen

Hotel Asturia in Astorga

Camino in der Maragatería

Castrillo de los Polvazares

Empfehlenswerte Gaststätten