Empfehlenswerte Gaststätten

Zweite Etappe: Astorga bis Ponferrada  54 km

 

Wir verlassen Astorga und benutzen die Landstrasse E 142 bis Murias de Rechivaldo. Dort nehmen wir einen Abzweig (sollte man auf keinen Fall versäumen, schon wegen der pitoresken Fotomotive!) und gelangen nach Castrillo de los Polvazares. (Umweg nur 2 km)

 

Nicht nur die Erde hier in der Maragatería wird  immer mehr von der Farbe rot bestimmt. Das zeigt sich insbesondere charakteristisch an der ausgezeichnet erhaltenen Ortschaft Castrillo de los Polvazares, deren Häuser von diesem Rot-Ton bestimmt werden. Herausragend ist auch seine restaurierte Pflasterstraße, die den Ort im leicht geschwungenen Bogen teilt. Castrillo de los Polvazares diente auch als Vorlage für einen bekannten Roman und war die Kulisse für eine spanische Fernseh-Serie. Ein typisches Gericht der Maragatería ist der Eintopf „cocido“, den man in umgekehrter Reihenfolge isst: zuerst das nahrhafte Fleisch, dann geht man zu den Hülsenfrüchten und zum Gemüse über, um mit der Suppe zu enden. Vielleicht bietet sich die Gelegenheit, es auszuprobieren.

 

Straße und Kirche in Castrillo de los Polvazares

Vorland der Leoneser Bergkette

 

Rast in der Maragata       

typische Dorfkirche in der Maragata

rote Erde in der Maragata

 

Wir befinden uns bereits am Rande der Nordmeseta und gelangen bald ins Bierzo. Als nächster Ort erscheint Santa Catalina de Somoza, auch ein gutes Beispiel eines Maragateria-Dorfes.

 

Wie in vielen anderen Dörfern am Camino ist auch hier die Calle Mayor gleichzeitig die „sirga peregrinal“ (Pilgerpfad). In der Kirche Santa Maria (fast alle Kirchen am Camino de Santiago tragen den Namen Santa Maria, oft mit Zusatz) wird eine Reliquie von San Blas, dem Schutzpatron des Ortes, aufbewahrt. Der Heilige Blasius ist einer der am Camino am häufigsten anzutreffenden  Schutzpatrone, da man ihn immer mit Hilfe und Medizin identifizierte.

 

bei Santa Catalina

El Ganso

 

5 km weiter erreichen wir die Ortschaft El Ganso. El Ganso ist der erste Ort am heutigen Jakobsweg, deren Dächer mit Roggenstroh gedeckt sind. Dies ist ein Überbleibsel aus der keltischen Vorgeschichte dieses Landstriches. In El Ganso lädt eine Gaststätte zur kurzen Rast ein, deren Wirt ein „Wildwest-Fan“ ist.

Die Topographie auf der heutigen Etappe zeigt eine dauernde Steigung  des Geländes an. Nach El Ganso empfängt uns wieder eine Heidelandschaft.  Wir genießen diese Blütenpracht, die sich im Mai hier ausbreitet. Der Fahrweg ist geteert, aber holperig. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir Rabanal del Camino. An der Kirche befinden sich zwei Pilgerherbergen, eine davon wird wieder von Mönchen betrieben. Hier Pass abstempeln lassen und ggf. ausgefallene Andenken für die Zuhause-gelassenen erwerben!!

 

Rabanal del Camino war eine bedeutende Niederlassung der Tempelritter, von deren Wirken die romanische Kirche „Iglesia de la Asunción“ aus dem XII. Jh. als ältestes Gebäude des Ortes zeugt. In dieser Kirche wird jeden Abend eine Messe von Mönchen gesungen und das in lateinischer Sprache. Im

7 km weiter liegenden Foncebadón errichtete  im 12. Jh. der Einsiedler Gaucelmo ein Hospital und eine Herberge für die Pilger, die den unwegsamen Gebirgspass des Foncebadón am Monte Irago überqueren mussten. In Foncebadon wurde auf Geheiß des Königs Alfonso XI. im X. Jh. ein Kirchen-Konzil abgehalten. Zur Zeit  (2005) wird der Ort Foncebadón komplett durchrestauriert. Ein besonders schönes Fotomotiv wird nach der Fertigstellung die mit großen Steinplatten gepflasterte Dorfstraße, die „Sirga peregrinal“ hergeben.

Stempel für den Pilgerpass im Refugio besorgen!

                                  

Rabanal del Camino

Kirche Santa Maria

Refugio „Gaucelmo”

                       

Nach Rabanal del Camino, auf 1160 Meter Höhe gelegen, führt die Teerstraße zuerst unmerklich in die Höhe. Das ändert sich jedoch schlagartig, je näher man Foncebadón kommt. Der Original-Camino ist auf dieser Strecke großenteils mit dem Fahrrad nicht zu benutzen. Er kreuzt dauernd die Fahrstraße und verschwindet dann im Gelände. Die Teerstraße verlassen wir am Ortseingang von Foncebadón und fahren über das im letzten Jahr aufgerissene und jetzt hoffentlich wieder hergestellte Stein-Pflaster durch den kleinen Ort. Die im Jahre 2003 noch verfallenen Häuser werden wohl jetzt restauriert sein. Dort in der geschichtsbeladenen Herberge holen wir uns einen Stempel in unser „credencial del peregrino“. Der weitere Anstieg ist nur mit Mühe radelnd zu schaffen, wahrscheinlich wird man auch teilweise schieben müssen. Endlich gelangt man auf die Passhöhe von Foncebadón, 1504 Meter hoch gelegen,.

 

Am höchsten Punkt des Passes, auf der Spitze eines kegelförmigen Steinhaufens ,erhebt sich das Cruz de Ferro, das „Eisenkreuz“, ein fünf Meter hoher nackter Baumstamm, der von einem schlichten Eisenkreuz ohne jeglichen Schmuck gekrönt ist. Obwohl es heute eines der bekanntesten Denkmäler des Jakobweges ist, lässt wohl die Einfachheit seiner Beschaffung nicht die Absicht erraten, mit der es in uralter Zeit errichtet wurde. Es ist ein kollektives Werk, denn die Steine, die den Sockel bilden, sind in Jahrhunderten von unzähligen Wanderern  aufgehäuft worden. Ursprünglich, also vor der Christianisierung Spaniens war es eine einfache Grenzmarke, welche die Linie zwischen zwei Gebieten anzeigte. Wanderer legten jedoch dort, sei aus votiven Gründen oder aus Überlieferung, immer mehr Steine ab, bis sie einen riesigen Steinhaufen formten. Der Eremit Gaucelmo christianisierte diesen heidnischen Brauch, indem er ein Eisenkreuz aufstellte, welches heute das Denkmal  krönt.

Auch heute noch ist es Brauch der Pilger, einen möglichst beschrifteten Stein von zu Hause aus mitzubringen, um ihn hier abzuladen. Es bietet sich somit ein schönes Fotomotiv an!!

 

Foncebadón

Cruz Ferro

Heidelandschaft

 

Nach kurzer Schussfahrt von der Passhöhe gelangt man in das verlassene Dorf  Manjarín. Es ist die erste Ortschaft des Bierzo nach dem Pass von Foncebadón. Am Ortseingang links der Asphaltstraße liegt in einer Wiese eine historische Pilgerquelle. Kurz darauf , am Anfang einer Linkskurve, erblicken wir vor uns auf der rechten Seite ein Bruchsteingebäude. Es ist ein Refugio, welches schon nachweislich im XVI. Jh. belegt ist. Schon aus der Ferne erreichen uns gregorianische Gesänge, die vom Refugio heraufschallen. Diese Pilgerherberge wird von Aussteigern bewirtschaftet, welche die alte Templertradition der Pilgerbetreuung wieder aufleben lassen. Ein Stempel in den Pilgerpass  ist hier ein „muss“.

Zur Belohnung bekommt man einen Kaffee oder ein Glas Wasser von den „hospitaleros

Dachziegel mit Flechten

Refugio in Manjarin

Entfernungsschilder

Die Bewohner von Acebo waren bevorzugte Leute: Sie waren von Steuern und anderen Abgaben an den König befreit. Dafür mussten sie einige hundert Stäbe aufstellen, die den Pilgerweg zwischen dem Hospital del Gaucelmo in Foncebadón und ihrem Ort markierten. Die Funktion dieser hohen Stäbe wurde vor allem im Winter klar, wenn die Wege unter dem Schnee verschwanden und die Pilger Gefahr liefen, sich in den Bergen zu verirren .In der Gemeindekirche San Miguel steht eine polychromierte (mehrfarbige) Marmorskulptur. Charakteristisch für El Acebo sind die auskragenden Holzbalkone.

Sirga in El Acebo

Bergwelt

 

Wir fahren die abschüssige und holperige Sirga in El Acebo, flankiert von den urigen Häusern mit den Holzbalkonen, bis zur Ortsmitte. Dort befindet sich ein Gasthaus. Die Hauptstraße gibt ein schönes Fotomotiv ab! Am Ortsende befindet sich ein uriges Refugio, das wir ggf. aufsuchen: „un sello por favor“! (einen Stempeleintrag,  bitte).

Auch die weitere Strecke ist gut zu fahren, werden doch bis Molinaseca weitere 400 Meter Gefälle abwärts gemeistert. Am Ortseingang befindet sich die Iglesia Virgen de las Angustias, eine Barockkapelle, die an den Berghang angebaut ist. Molinaseca bietet auch wieder einige Geschäfte. Den gelben Pfeilen folgend, verlassen wir diesen etwas größeren Ort. Nun gibt es nur noch wenig Gefälle bis Ponferrada, unserem heutigen Tagesziel. Wir steuern den großen Platz vor der Altstadt an. Hier befindet sich das empfehlenswerte Hotel Bierzo Plaza am Plaza de Ajuntamiento. Von hier aus ist man in einer Minute in der Altstadt und auch an der Festungsanlage.

 

Das Wahrzeichen und alles überragende Bauwerk von Ponferrada ist die Templerburg aus dem 12. Jh., ein gewaltiges Zeugnis für die Bedeutung des umstrittenen Templer-Ordens für das Bierzo. Sie diente gleichzeitig als Burg, Palast und Kloster und war nach den Tempelrittern im Besitz der Katholischen Könige. Sie steht auf einem Felsmassiv am Ufer des Rio Siles und ist eines der schönsten und bedeutendsten Bauwerke der  Militär-Architektur in ganz Spanien. Ein Besuch der Innenanlage der Festung ist weniger interessant. Besser läuft man, von der Altstadt kommend, links an der Anlage vorbei und überquert die Schlucht des Flusses. Von hier aus eröffnet sich ein außergewöhnliches Panorama!!

In der Altstadt ist besonders sehenswert die Basilica  Nuestra Sen~ora de la Encina, im 16. und 17. Jh. erbaut. In ihr befindet sich ein Bildnis der Schutzpatronin des Bierzo aus dem 16. Jh., welche der Kirche auch den Namen gab.

Noch eine Legende vom Jakobsweg: Um eine Burg zu bauen, rodeten die Tempelritter einen Steineichenwald. Dabei erschien ihnen im Innern des Stammes einer Steineiche (span.: encina) das Bildnis der Jungfrau Maria.  Statt der Burganlage errichtete der Templerorden daraufhin an dieser Stelle eine Kirche, die Basilica Nuestra Sen~ora de la Encina und die Festungsanlage wurde am  Fluss errichtet.

 

Templerburg (Detail)

Festungsanlage am Siles-Ufer

Basilica
Nuestra Senora Templerkreuz

Portal von Santa Maria

de Encina in Ponferrada

Rathaus von Ponferrada

Altstadt von Ponferrada


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